Ängste und andere Sorgen

Eigentlich war ich nie ein ängstlicher Mensch, zumindest nicht ängstlicher als andere. Das änderte sich an dem Tag als ich erfuhr das ich schwanger bin.

Während der Schwangerschaft dachte ich immer „wenn das Baby erst einmal da ist wird das bestimmt wieder anders“.

Naja, Papaso war da und die Ängste waren auch noch da. Sie waren zwar anders, aber nicht weniger.

„Aber nach der ersten Kennenlernzeit wo wir alle unseren Platz in unserer kleinen Familie finden müssen wird das bestimmt besser!“

Papaso feierte seinen 1. Geburtstag und die Ängste waren noch immer da.

Mittlerweile ist das Brüderchen hier und wir sind zu viert. Das die Ängste verschwinden habe ich mittlerweile aufgegeben zu glauben.

Klar mache ich mir heute andere Sorgen als während der Schwangerschaft, aber wenn ich ehrlich bin sind sie kein bisschen kleiner geworden.

Es gibt Tage bzw. Phasen da ertrage ich es kaum wenn der Große einen Tag mit Oma und Opa zusammen ist und mehrere Stunden von mir getrennt. Das kleine Brüderchen war ja noch nie von mir getrennt, er ist aber ja auch erst 2 ½ Monate und wird noch voll gestillt.

Ich kann diese Phasen gar nicht wirklich erklären, aber es ist wie es ist.

Nicht, dass Sie jetzt denken ich wäre eine schreckliche „Glucke“. So sehe ich mich nämlich wirklich nicht.

Aber was ist, wenn mein Kind mich braucht und ich bin nicht da? Wenn er sich verletzt, stürzt oder, oder, oder.....

Klar, es sind dann andere, für ihn wichtige Menschen um ihn, aber nicht ich. Nicht seine Mama!


Als vor wenigen Wochen Mamaso auf die Welt kam verbrachte ich 3 Tage im Krankenhaus. Die bislang längste Trennung von meinem Papaso. Wir meisterten beide diese Situation gut. Das Kind besser als die Mama. Wenn wir abends nochmal telefonierten um uns eine Gute Nacht zu wünschen musste ich mich immer zusammenreißen um nicht laut los zu schluchzen weil ich ihn so schrecklich vermisste. Das Baby und ich waren nun eins und der Große war nicht bei mir.


Und nun sind wir hier seit 10 Wochen zu viert und meine Ängste? Die haben sich verdoppelt!

Woher diese kommen weiß ich nicht, aber ich weiß das es ist weil mir diese beiden Kinder alles bedeuten.

Sie sind mein Leben und der Grund warum es immer, wirklich immer, komme was wolle, weitergehen muss! 

Leider ist Papaso nur 9 Tage nachdem sein kleiner Bruder auf die Welt kam erkrankt. Eine Angst die ich seitdem jeden Tag habe, die ich nicht in Worte fassen kann und bei der ich merke das ist eine ganz andere Angst. Ich habe das erste Mal in meinem Leben wirklich und begründet Angst um mein Kind (mehr zu Papaso's Erkrankung schreibe ich bald hier. Es "verdient" einen eigenen Post und würde diesen sprengen).

 

Meine Jungs, ich liebe Euch, gestern, heute und den Rest meines Lebens und wohl darum habe ich Angst um Euch weil mein Herz es nicht erträgt wenn es Euch nicht gut geht!

Ein Mamaherz schlägt eben anders, einfach anders!

deepest love


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Kommentare: 4
  • #1

    Jule (Montag, 06 April 2015 19:13)

    Wunderschön geschrieben ... Danke für den berührenden Text, welcher mir viele unfassbar schöne und vor allem bewegende Momente mit meinen Mädchen wieder ins Gedächtnis gerufen hat...

  • #2

    freiraumkind (Montag, 06 April 2015 22:57)

    Das freut mich sehr zu hören, liebe Jule! Lieben Dank!

  • #3

    Alexandra (Montag, 03 August 2015 18:49)

    Habe den Text gerade auf Facebook gelesen und erkenne mich zu 100% wieder. Genau SO geht es mir mit meinen beiden auch. Schön zu lesen, dass ich nicht die Einzige bin, der es so geht...
    Liebe Grüße!

  • #4

    Daniela (Dienstag, 04 August 2015 10:06)

    Hallo, schön das du diesen Text geschrieben hast, er zeigt mir das es anderen Frauen auch so geht! Ich habe immer Angst das etwas passieren kann, das irgend etwas kommt wo ich nicht helfen kann, nur daneben stehe und zuschauen und hoffen muss. Wenigstens bin ich nicht allein und keine Glucke, vielen Dank für deine ehrlichen Worte und alles Gute für euch und gute Besserung für deinen Großen! Lg